Fate of the Minotaur - Location based VR Experience

Forschung trifft Virtuelle Realität

EU-geförderte Forschung für immersive Medien
Fate of the Minotaur entstand in Zusammenarbeit mit einem Team, welches an der Schnittstelle von Film, Echtzeittechnologie und immersiven Medien forscht. Fate of the Montaur wurde im Rahmen des EU Projekts EMIL entwickelt.
Dieser Kontext ermöglichte es, neue VR-Workflows, Multiplayer-Systeme und eigens entwickelte Technologien unter realen Ausstellungsbedingungen zu erforschen und weiterzuentwickeln – mit dem Ziel, nicht nur theoretische Konzepte zu testen, sondern echte Erlebnisse für Besucher zu schaffen.


Was bedeutet „Location-Based Multiplayer VR“?
Bei einem standortbasierten Virtual Reality Spiel bewegen sich die Spieler physisch durch einen realen Raum, während ihre Bewegungen direkt in die virtuelle Welt übertragen werden.
In Fate of the Minotaur erkunden mehrere Spieler gemeinsam die Geschichte hinter dem Minotaurus. Unter anderem müssen sie zusammen den Weg durch das Labyrinth finden. So laufen sie in realer Welt, doch blicken in die Vergangenheit. Dadurch entsteht ein deutlich stärkeres Gefühl von Präsenz und sozialer Interaktion als in klassischer sitzender VR. Gleichzeitig bringt dieser Ansatz erhebliche technische Herausforderungen mit sich – von präzisem Tracking über Netzwerksynchronisation bis hin zu räumlichem Design.
Da das gesamte Spiel auf einem Standalone-Headset laufen musste, musste sämtliche Berechnung direkt auf dem Gerät erfolgen – vergleichbar mit der Leistung eines High-End-Smartphones. Die größte Herausforderung bestand somit darin, Bewegungsfreiheit, stabile Performance und visuelle Qualität gleichzeitig zu gewährleisten.
Der visuelle Stil orientiert sich an antiker griechischer Keramik und Wandmalerei. Diese bewusste Designentscheidung sorgte für eine klare Bildsprache, starke Atmosphäre und effiziente Performance, ohne die Hardware zu überlasten.
Doch die standortbasierte Technologie ist weit mehr als nur ein technisches Feature. Sie verändert grundlegend, wie die Geschichte erlebt wird. Das Labyrinth wird nicht betrachtet – es wird betreten. Bewegung, Distanz und Orientierung werden Teil der Erzählung. Begegnungen finden auf menschlicher Ebene statt, Entscheidungen fühlen sich unmittelbarer an, weil Spieler sich physisch annähern, zurückweichen oder Position beziehen müssen.
Dadurch entsteht eine Form des Storytellings, die nicht durch Kamerafahrten oder Zwischensequenzen getragen wird, sondern durch die tatsächliche Präsenz der Spieler im Raum.

Technical Direction, Gameplay & Umsetzung
Als Technical Director bewegte sich meine Arbeit zwischen kreativen und technischen Aufgabenbereichen.
Zu meinen Verantwortlichkeiten gehörten:
- Erstellung von 3D-Assets
- Entwicklung von VFX- und Partikelsystemen
- Konzeption und Umsetzung des kompletten Bosskampfs
- Entwicklung von Gameplay-Mechaniken und Interaktionslogik
- Unterstützung technischer Entscheidungen über verschiedene Entwicklungsbereiche hinweg
Da das Projekt stark forschungsorientiert aufgebaut war, arbeiteten die Teammitglieder eng über ihre eigentlichen Fachbereiche hinaus zusammen. Technische Leitung entstand dabei als gemeinsamer Prozess zwischen Forschung, Design und Produktion.
Die Game wurde in Unity entwickelt und als Multiplayer-VR-System umgesetzt – ein Bereich, der zwischen 2023 und 2024 noch stark im Wandel war.
Eine zentrale Rolle spielte TRACER , ein am Animationsinstitut entwickeltes Framework für kollaborative Echtzeit-Workflows. Die Arbeit mit TRACER brachte neue Produktionsprozesse mit sich und erforderte eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Entwicklung, da das Framework während der Projektlaufzeit aktiv weiterentwickelt wurde.
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SIGGRAPH und Ausstellungen
Fate of the Minotaur wurde 2024 als Lighthouse Project der SIGGRAPH ausgewählt und im Immersive Pavilion präsentiert – einer der wichtigsten Veranstaltungen für Computer Graphics und immersive Medien weltweit.
Darüber hinaus wurde das Projekt unter anderem auf folgenden Veranstaltungen gezeigt:
- SIGGRAPH 2024
- FMX 2024
- Ars Electronica 2025
- weitere internationale Ausstellungen und Präsentationen
Zusätzlich war ich Co-Autor des zugehörigen SIGGRAPH paper, das die technischen Ansätze und Forschungsergebnisse hinter dem Projekt dokumentiert.
Die internationale Sichtbarkeit des Projekts zeigt die Verbindung aus innovativer Technologie, kollaborativer Forschung und immersivem Storytelling und macht Fate of the Minotaur zu einem spannenden Beispiel für moderne standortbasierte Multiplayer-VR
Die Arbeit an Fate of the Minotaur hat mir wertvolle praktische Erfahrung in den Bereichen Unity-Entwicklung, Multiplayer-VR-Systeme und forschungsgetriebene Produktionspipelines vermittelt.
Die Präsentation auf der SIGGRAPH 2024 war dabei ein besonderes Highlight. Die Möglichkeit, technische Innovationen und erzählerische Konzepte vor einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren, hat meinen Blick auf performante VR-Entwicklung und experimentelle Produktionsprozesse nachhaltig geprägt. Wer das VR Game selbst ausprobieren möchte, findet es auf steam.





