
Für eines meiner letzten Projekte: Frankenstein Kamera, brauchte ich ein individuelles Gewinde in Fusion 360. Ein Standardgewinde zu erstellen ist einfach: Wähle die zylindrische Fläche aus, gehe zu Erstellen → Gewinde, wähle den gewünschten Gewindestandard und die Größe aus, und fertig.
Aber was, wenn die benötigte Gewindegröße nicht verfügbar ist? In diesem Fall musst du das Gewinde manuell modellieren:
- Erstelle einen Zylinder mit dem gewünschten Außendurchmesser.
- Gehe zu Erstellen → Spirale.
- Wähle die Achse des Zylinders aus.
- Setze Typ = Steigung & Umdrehungen.
- Gib die Steigung ein (der Abstand zwischen den Gewindegängen).
- Setze die Umdrehungen entsprechend der gewünschten Gewindelänge.
- Wähle die richtige Händigkeit (rechts- oder linksgängig).
- Skizziere das Gewindeprofil (z. B. Whitworth, ISO, ACME) auf einer Ebene am Anfang der Spirale.
- Nutze Erstellen → Sweep.
- Wähle das Gewindeprofil als Profil und die Spirale als Pfad.
- Setze die Operation auf Schneiden für ein Innengewinde oder Verbinden für ein Außengewinde.
Diese Methode gibt dir die volle Kontrolle über die Gewindegeometrie und erlaubt es dir, praktisch jedes beliebige Gewinde zu erstellen.
Ein eigenes Gewinde zum Gewinde-Werkzeug hinzufügen
Wenn dein Ziel einfach nur ist, dass dein eigenes Gewinde im Gewinde-Dialog von Fusion 360 erscheint, gibt es eine viel einfachere Lösung: Erstelle deine eigene Gewinde-Definitionsdatei im XML-Format.
Navigiere unter Windows zu:
%LOCALAPPDATA%\Autodesk\webdeploy\Production\<VersionID>\Fusion\Server\Fusion\Configuration\ThreadDataFusion legt mehrere VersionID-Ordner an, daher findest du im Production-Ordner wahrscheinlich mehrere Verzeichnisse. Wenn du nicht sicher bist, welcher gerade verwendet wird, probiere zuerst den neuesten Ordner. Falls dein eigenes Gewinde nach einem Neustart des Gewinde-Werkzeugs nicht erscheint, probiere einen anderen VersionID-Ordner.
Erstelle eine neue XML-Datei im ThreadData-Verzeichnis (oder kopiere eine bestehende Gewinde-Definition und passe sie an). Anschließend kannst du dein eigenes Gewinde mit den folgenden Parametern definieren:
XML-Parameter
Die folgende Tabelle erklärt jedes XML-Element, das in der Definition eines eigenen Gewindes verwendet wird.
XML-Tag | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
| Wurzelelement, das einen kompletten Gewindestandard enthält. |
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| Anzeigename der Gewindefamilie in Fusion 360. |
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| Alternativer Anzeigename. Meist identisch mit |
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| Einheit für alle Maße in der Datei. Typischerweise |
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| Flankenwinkel des Gewindeprofils in Grad. |
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| Legt das geometrische Gewindeprofil fest. Übliche Werte sind: |
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| Bestimmt die Reihenfolge, in der die Gewindefamilie in der Liste von Fusion 360 erscheint. Niedrigere Zahlen erscheinen zuerst. |
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| Fasst alle Varianten für einen nominellen Gewindedurchmesser zusammen. |
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| Nomineller Außendurchmesser des Gewindes. |
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| Fasst alle Steigungen und Toleranzklassen für eine Gewindegröße zusammen. | — |
| Name, der im Gewinde-Dialog angezeigt wird. |
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| Custom Thread Designation. Meist die in Fusion angezeigte Standardbezeichnung. |
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| Abstand zwischen benachbarten Gewindespitzen. |
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| Definiert eine bestimmte Gewindevariante (Innen-/Außengewinde + Toleranzklasse). | — |
| Legt fest, ob es sich um ein Außen- oder Innengewinde handelt. |
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| Toleranz- oder Spielklasse. Dies kann eine Fertigungstoleranz oder, wie in diesem Beispiel, ein zusätzliches Druckspiel darstellen. |
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| Außendurchmesser des Gewindes. |
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| Flankendurchmesser des Gewindes. |
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| Kerndurchmesser (Innendurchmesser) des Gewindes. |
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| Empfohlener Kernlochdurchmesser für Innengewinde. Dieses Feld wird nur für Innengewinde verwendet. |
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<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<ThreadType>
<Name>CameraProfiles (Whitworth Mounts)</Name>
<CustomName>CameraProfiles (Whitworth Mounts)</CustomName>Starte nach dem Speichern der Datei das Gewinde-Werkzeug in Fusion 360 neu. Dein eigenes Gewinde sollte jetzt neben den integrierten Gewindestandards im Gewinde-Werkzeug erscheinen.
Hinweis: Bei jedem Update installiert Fusion 360 einen neuen VersionID-Ordner. Deine eigenen XML-Dateien werden nicht automatisch übernommen, du musst sie nach jedem Update erneut in das neue
ThreadData-Verzeichnis kopieren.

